Yokokawa Velotour

Japanisch/日本語版

Heute war wieder Abschiedstag. Ikuko-san würde nach Matsuyama zurückkehren. Nach dem immer gleichen, aber trotzdem guten Frühstück blieb noch genügend Zeit, um gemeinsam nach Takasaki zu fahren.  Thom und ich hatten danach einen Ausflug mit den Velos geplant und nahmen daher die Birdys mit.

In Takasaki hatten wir uns genügend Zeit eingeräumt, inklusive letztem Kaffee bei Starbucks. Die im EG liegende Filiale war ziemlich gut besucht, wir waren überrascht. Viele Angestellte nutzten offenbar den Ort für ihre Geschäftsmeetings, und dies, obwohl wegen Corona die Plätze reduziert waren.  Zum Glück wurde dann ein kleiner Tisch für uns frei.

Anschliessend half mir Ikuko noch, im benachbarten Drugstore etwas zu kaufen. Die Verkäuferin war sehr hilfsbereit, fast zu sehr. Denn es stellte sich heraus, dass die Salbe, die ich wollte, nicht in dieser Filiale vorhanden war, sondern in einer zweiten, die sich aber in einer andern Passage des Bahnhofs befand. Da wir als Ortsfremde etwas ratlos guckten, überliess den Laden kurzerhand ihrer Kollegin und düste los – Ikuko und ich hinterher. Wieder einmal ein wunderbares Beispiel japanischer Service-Fürsorge… 😉 Und wir hatten – völlig überrumpelt von der Aktion – auch noch den armen Thom mitsamt Velos und Ikukos Koffer einfach beim Starbucks stehen lassen. Er wartete aber brav, bis wir nach knapp einer Viertelstunde zurückkehrten. Wir hatten ihm in der Eile nicht mal Bescheid sagen können…

Dann verabschiedeten wir uns voneinander innig in japanischer Form (wortreich und mit Verbeugungen) und winkten Ikuko dann so lange an der Shinkansen-Kaisatsuguchi nach, bis sie verschwunden war. Sie würde mit dem Zug nach Haneda fahren und dann das Flugzeug zurück nach Matsuyama nehmen.

Thom und ich packten unsere Birdys und liefen zum Bahnsteig der Shin’etsu Linie, deren Endbahnhof Yokokawa, unser heutiges Ziel war. Dieser Ausflug und Ort waren  das Ergebnis von Thom’s ausführlichen Gunma-Recherchen.

Ursprünglich verband die Shin’etsu-Line Takasaki mit Niigata im Nordwesten, via Karuizawa und Nagano, und dann weiter an der Küste entlang. Nach der Eröffnung des Nagano-Shinkansen 1997 wurde der Abschnitt zwischen Yokokawa und Karuizawa stillgelegt. An und auf dieser alten Strecke kann man jetzt entlangfahren (bzw. laufen, aber dazu später noch), und zwar bis zur ehemaligen Station Kumanotaira. Ausserdem gibt es noch eine Art Eisenbahnmuseum, und am Weg liegt auch noch ein Onsen – somit der perfekte Ausflug für uns.

Erstmal wollten wir unsere Velotaschen loswerden, was sich allerdings als nicht einfach entpuppte, denn am Bahnhof gab es dummerweise keine Schliessfächer. Auf Nachfrage wies uns der Bahnbeamte auf die nahegelegene Tourismusinformation hin. Diese nahmen unsere Taschen gegen eine geringe Gebühr entgegen. Zum Glück!

Wir radelten los, und an sich versprach die Tour ja gemütlich zu werden. Allerdings hatten wir die sanfte, hartnäckige Steigung zum Usui Pass nicht bedacht, und so kamen wir durch die gut 300 Höhenmeter auf den nur 6 Kilometern ziemlich ins Schwitzen. Zum Glück war es an diesem Tag nicht so warm. Zudem war es in den Tunneln, die man durchqueren muss, auch noch recht kalt.

Wir passierten pittoreske alte Bahnhofsgebäude aus Backstein, den hübschen Usui-See, und als Highlight die Megane-Bashi. Dazu gab es in der Ferne interessante Bergformationen zu erblicken. Alles war sehr friedlich und still, und auch die Natur war in dieser bergigen Gegend noch nicht so weit. Nur wenige Nadelbäume und einige wilde Sakura-Bäume gaben etwas Farbe. Es war nur wenig erstes, zartes Frühlingsgrün zu sehen.

An der ehemaligen, verlassenen Bahnstation Kumanotaira machten wir einige Fotos, bevor wir uns dann dem gleichen Weg zurückrollen liessen. Einen zweiten Fotostopp gab es auch an der Hauptattraktion der Strecke, der «Megane Bashi», der hohen Backsteinbrücke über das kleine Tal des Usui Bachs.

Gemächlich rollten wir den Weg herunter, und entdeckten dann eigentlich erst zufällig, dass das Velofahren auf diesem Weg gar nicht vorgesehen war. Sprich es war eigentlich verboten. Was uns irritierte, den Thom hatte dies im Internet anders gesehen (oder interpretiert??). 🤔

Prompt wiess uns auch einige hundert Meter später ein älterer Japaner streng auf unser Fehlverhalten hin, aber zum Glück waren wir da schon fast am Onsen-Bad angelangt, dem Tōge no yu, in dem wir uns erstmal entspannen konnten. Dieses huldigte mit seiner Architektur und der Backstein-Umrandung dem Eisenbahn-Erbe und der Megane-Bashi.

Überraschenderweise war das grosszügige Onsen an diesem Freitagnachmittag ebenso vereinsamt wie die heutige Route, und der grosse Parkplatz  vor dem Bad war auch völlig leer. Thom ging zum Männerbereich, ich zu den Damen, wo ich ganz allein das Bad und den modernen Rotemburo (Aussenbecken) geniessen konnte. Erst als ich ging, kam noch eine andere Frau dazu. Wegen Wochentag und Corona? Keine Ahnung.

Sehr entspannt trafen wir uns anschliessend wieder im Foyer –  und waren erst einmal hungrig. Hatten wir doch seit dem Starbucks-Kaffee am Vormittag gar nichts mehr gegessen. Zum Glück hatte das Badehaus ein geräumiges Selbstbedienungsrestaurant. Die älteren Damen in der Küche freuten sich über Gäste, und das frisch zubereitete Essen war auch lecker.

Gestärkt rollten wir uns dann noch die letzten Kilometern auf dem verbotenen Fussweg zurück. Mit etwas schlechtem Gewissen, aber zum Glück begegneten wir niemandem mehr.

Inzwischen hatte die Bewölkung zugenommen und es war frisch geworden. Für das Eisenbahnmuseum „Usui-tōge Tetsudō Bunkamura“ reichte es an diesem Tag nicht mehr, denn es war bereits halb fünf Uhr geworden. Schade, denn es scheint ein Paradies für „Pufferküsser“, sprich Eisenbahnfans zu sein. Viele alte Triebwagen und Waggons aus der über 100jährigen Betriebszeit der alten Linie können dort besichtigt werden, und natürlich erfährt man auch viel zur Geschichte dieser alten Strecke.

Inzwischen waren wir aber auch etwas müde geworden. Wir holten unsere Taschen am Tourismusbüro wieder ab, packten am Bahnhof die Velos ein und nahmen den nächsten Zug zurück nach Takasaki – und weiter nach Maebashi. Heute Nacht würden wir gut schlafen können.

**************

Japanisch/日本語版

今日は私達は郁子さんに別れを告げります。郁子さんは電車で羽田空港から松山に帰ります。私達は前橋で三泊もっと泊まります。いろいろな見学をしたいですから。

朝御飯後、一緒に前橋の駅に行って、高崎の駅で別れるでしょう。電車は9時半ぐらい出発します。トマスさんと私は折り畳み自転車を持って行きます。

高崎で駅のスタバックスでコーヒーを飲みたいです。社員が多いです、混んでいますから、びっくりします。皆はミーティングするそうです。多分コロナなので。それから新幹線の改札口の前さよならをします。郁子さん東京に行きます、私達はあべこべの信越線電車に乗ります。横川は今日の目的地です。

1997から横川は信越線の終点です。前に信越線で新潟市まで行けました。北陸新幹線を仕上げる後で、横川駅と篠ノ井駅の間な路線を廃線しました。今、古い線路の隣に遊歩道で6キロぐらい行けます。

あの道で行くのは面白いです。いろいろな古い鉄道建物を見たり、古い鉄道トンネルを通たり、景色のいい場所で動きたりします。それに温泉もあります。ですから、横川から旧熊ノ平駅まで行って、戻りで温泉に入られます。いいですね。😊

私達は自転車であの道の登りなので、本当に頑張ります。実は六キロだけですが、304メトルの高度差です。あまり暑くなくて、トンネルの中にも寒いのに、汗がたくさん出ます。

碓氷第三橋梁や廃駅旧熊ノ平で写真を撮ります。今旧熊ノ平駅から戻りは易しいです。同じ道に下降して、せんせんしなくてもいいです。でも私達に男の人を教えられました。「この道で自転車で行くのは禁止だ」と言いました。知りませんでした。インターネットで調べたとき、自転車の道だと思いました。禁止なのに、温泉まで行きました。すみません。

いい運動した後で、お風呂や露天風呂に入るのは素晴らしいです。入湯した後も、お腹が空きました。幸い温泉のレストランがあって、定食は美味しいです。続いて禁道に横川駅に戻ります。だれもいません。😌

駅で折り畳み自転車を畳んで、次の電車にのって、高崎回りで前橋に戻ります。今夜よく寝ると思います。

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gunma, Japan, Velotour und getaggt als , , . Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.

Kommentare sind geschlossen.