Retour à Zürich

Freitag, der 31.8. war Abreisetag. Wir radelten zum letzten Mal am Velo-Highway entlang der Garonne. Noch ein letzter Schnappschuss in der Morgensonne war möglich.

Die Züge waren pünktlich und unser Velo-Mitnahmeplatz auch längstens reserviert.
Hoffentlich würde der Zug mit dem passenden Abteil auch entsprechend halten. Dem Bahn-Klassiker „in umgekehrter Wagenreihung“ können wir mit Velos und Gepäck nicht unbedingt etwas Lustiges abgewinnen… 😉

Der neue TGV war sehr chic, jedoch entpuppte sich der Veloabstellplatz als eher grössere Gepäckabladestation, auf der natürlich alle ihr Gepäck abgestellt hatten. Wir mussten lautstark um Räumung bitten, was keine Begeisterungsstürme im Abteil auslöste.
Auch weil es eine Katze in ihrer Box betraf. Wir konnten den Leuten nicht mal einen Vorwurf machen, denn nirgendwo war erkennbar, dass die Veloplätze reserviert waren.
Aber zum Glück hat alles funktioniert.

Ohne Zwischenhalt über eine Neubaustrecke durch verlassene Landschaften ging die Fahrt nach Paris ruckzuck – bei über 300km/h  dauert es nur 2 Stunden.

Die Ankunft im überfüllten Bahnhof Paris-Montparnasse war dann ein bisschen ein Kulturschock. Der Pariser Verkehr um die Mittagszeit ist atemberaubend. Es ist absolut unverständlich, wie man dort mit dem Auto unterwegs sein kann. Selbst auf der Busspur war ein wüstes Gedränge von Bussen, Taxis, Motos und Velos. Aber wir mogelten uns erfolgreich durch. Erstmal kurze Verschnaufpause vor dem Gare de l’Est…

Dann die Frage: Auf welchem Gleis würde der Intercité nach Belfort wohl halten? Gegen wie viele Velofahrer würden wir uns um die raren Stellplätze streiten müssen? So ziemlich jedem SNCF-Beamten versuchten wir, Infos zu entlocken (was müssen wir die genervt haben… ). Irgendwann war dann der Zug angeschrieben, wir hechelten zum vordersten Wagen und schoben unsere Velos auf die Plätze. Geschafft!

Es kamen keine weiteren Radtouristen, und der Zug war nicht völlig ausgebucht. Er füllte sich jedoch nach und nach auf unserer Route Richtung Westen. In Belfort mussten wir dann in den Regionalzug nach Mulhouse umsteigen. Das Wetter hatte inzwischen umgeschlagen und es war kühl und regnerisch. Na wir waren ja auch fast wieder zuhause. 🙂

Aber eben nur fast. Es hiess nochmals warten auf den TER-Anschluss in Mulhouse nach Basel, dort in Rekordgeschwindigkeit umsteigen und dann sassen wir endlich im letzten Zug nach Zürich, das wir kurz nach 21 Uhr erreichten. 12 Stunden unterwegs – in dieser Zeit kann man fast nach Japan fliegen… 😉

In Zürich angelangt mussten wir dann für die kurze Fahrt nach Hause tatsächlich noch unser Regenzeug herauskramen. Es goss ziemlich, so als wollte der Wettergott uns nochmals zeigen, was er draufhatte, nachdem er uns ja während der Tour so wohlgesonnen war. Natürlich haben wir es ihm nicht übelgenommen. 🙂

 

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