Ōita – 大分市 (30.03.24)

Wir hatten entschieden, unser Basisquartier in Ōita aufzuschlagen. Eine schnörkellose, aber nicht unfreundliche Präfekturs- und Verwaltungshauptstadt im Schatten der lebhaften Onsenstadt Beppū und anderen Orten mit mehr Sehenswürdigkeiten – wie etwa Usuki oder andere Badeorte. Somit bieten sich Einkaufsgelegenheiten sowie eine gute Verkehrsinfrastruktur, und damit ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt für alles. Unser Hotel Dormy Inn, unsere bevorzugte Business-Hotelkette, stets mit Bad im obersten Geschoss, lag keine 50 Meter vom Bahnhof entfernt. Perfekt für alles.

Neben einem alten Bankgebäude und dem ehemaligen Burgberg, der nur noch wenige Mauern sowie den Teil des Grabens aufweist, sowie der Garten einer alten Familienresidenz gibt es allerdings kaum noch historisch Erhaltenes. Thom hatte aber  noch einige interessante Ziele für uns entdeckt, für die wir dann zwei Tage einplanten. Dazu noch zwei Ausflugstage für Nagayu und Usuki.

Das Rathaus lag direkt am ehemaligen Schlosspark und auch wenn wir die zahlreichen Transparente dort nicht vollständig lesen konnten: Die Stadt ist schwer bemüht darum, sich zu profilieren und schöner zu werden („Beautiful Oita“).

Was uns gleich am Abend unüberhörbar auffiel war die grosse Anzahl verrückter Motorradfahrer, die mit ihren getunten, überlauten und aufgemotzten Gefährten durch die Stadt rasen – ähnlich dem Autoposer-Phänomen in der Schweiz. Wir rätselten, ob das etwas Ōita-spezielles war, oder wir idies in anderen Städten bislang einfach nicht mitbekommen haben. Man lernt ja nie aus, insbesondere in Japan nicht. 😉  Jedenfalls riss uns das ein und andere Rennen dieser Bike-Poser aus dem nächtlichen Schlaf, obwohl die grosse Strasse einen ganzen Häuserblock entfernt war. Nun ja, das ist gelegentlich der Preis für die zentrale Lage. Tagsüber war es eigentlich recht friedlich. Zwei dieser Exemplare konnte ich immerhin papparazimässig an anderen Orten fotografieren.

Ōita hat zwei Kunstmuseen zu bieten: Das präfekturale Kunstmuseum OPAM, ebenfalls (wie das Bad in Nagayu) ein Bau von Ban Shigeru, sowie das städtische Kunstmuseum. Das OPAM befindet sich direkt in der Stadt, das viel grössere Museum der Stadt etwas ausserhalb auf – wie kann es anders sein – in einem Park auf einem steileren Hügel. Das erinnerte uns an Tempel und Schreine, die auch oft an oder auf Bergen liegen.

Schwerpunkte beider Sammlungen sind die lokalen Künstler. Mit dem OPAM (siehe oben) waren wir rasch fertig, so dass wir gleich anschliessend zum zweiten Museum radelten, sprich bis zum Beginn des Hügels, denn da mussten wir unsere Birdys, mit denen wir auf den breiten Gehwegen gut vorangekommen waren, den Weg durch den Park bis oben schieben. Menschen ohne Velo können den Stadtbus nehmen.

Auf dem Weg dahin gab es schon die ersten Hanami-Picknickenden zu sehen.

Von oben hat man dann wirklich eine sehr schöne Sicht über die Stadt, auf die Berge sowie aufs Meer, allerdings war es an diesem Nachmittag leider zu diesig für grandiose Ausblicke.

Neben dem Park gibt es noch eine Art Kinder-Spielhaus, welches gut besucht war, und im Park gibt es wenige Skulpturen.

Wir widmeten uns nach einem kurzen Parkrundgang den inneren Werten des Museums mit Künstlern aus Ōita in der Sammlung. Die grosse Sonderausstellung mit Werken von Toulouse-Lautrec würde erst am 19. April beginnen, und wir vermuteten, dass es deshalb ausgesprochen ruhig war.

Im eleganten Café kann man sich ausgesprochen gut verpflegen wenn man nicht – wie wir – zu spät zum Lunch eintrifft. Leckeren Kuchen und Kaffee gibt es aber auch noch.

Mit den Velos fuhren wir dann wieder ruckzuck den Hügel hinunter, parkten sie auf dem ihrem gedeckten Abstellplatz des Hotels, und statteten dann der überdachten Einkaufspassage einen Besuch ab. In dieser ging es zum Glück etwas lebhafter zu als in manch anderen, die wir gesehen hatten, und es gab auch eine Vielzahl von offenen Geschäften. Ein grosses zentrales Kaufhaus gibt es ebenfalls, Tokiwa, aber es schien uns, als hätte dieses – wie so viele Kaufhäuser – seine beste Zeit hinter sich. Die Auswahl an Speisen zum Mitnehmen war gut, aber wir deckten uns dann doch wieder im Bahnhof mit dem sehr guten Supermarkt sowie allerlei Food-Ständen mit Leckereien fürs Zimmerpicknick ein.

Zugegeben, wir sind etwas bequem geworden, was die Verpflegung angeht, aber solch ein Zimmerpicknick ist von hoher Qualität, zumal der Restaurantbesuch immer wieder eine Herausforderung bleibt. Dazu gibt es dann bald mal einen separaten Artikel. 😊

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