Angekommen – お久しぶりですね

お久しぶりですね – O hisashiburi desu ne. Das sagt man sich in Japan, wenn man sich länger nicht gesehen hat. Mit diesen Worten auf den Lippen betraten wir am Montag, den 11.3.24 gegen 12:45 Uhr wieder den japanischen Boden. Fast auf den Tag genau war es vier Jahre her, seitdem wir 2020 zu unserer denkwürdigen Reise in Tokyo Narita angekommen waren.

Alles war prima gelaufen. Am Sonntagmorgen, 10.3., stiegen wir mit unseren üblichen Schwergepäck – 2 Koffer plus 2 Faltvelos – zuerst in „unseren“ 72er-Bus und fuhren zur Hardbrücke, von wo uns die S-Bahn ruckzuck zum Flughafen Zürich brachte.

Nach langen Jahren als Finnair-Kund:innen hatten wir uns diesmal für die Fluggesellschaft Cathay Pacifics entschieden. Mit ihr waren wir bereits 2006 und 2007 von Frankfurt aus geflogen, bevor sich dann Finnair als praktischer und schneller erwies. Aufgrund des Ukraine-Krieges können die Fluggesellschaften jetzt aber nicht mehr den Weg über Russland nehmen, und so hat Finnair leider keine Vorteile mehr. Ausserdem bot Cathay Pacifics auch das preislich attraktivste Angebot für die „Priority Economy“-Klasse und die Strecke Zürich – Osaka. Und der erhöhte Komfort machte sich in vielerlei Kleinigkeiten sehr angenehm bemerkbar. Etwa dass man am Extra-Schalter einchecken darf und auch beim Boarding gleich nach den First- und Business-Klässlern drankommt. Da lohnt sich doch der Aufpreis für diese Klasse. 😉

Letztendlich geht es uns aber weniger um die Priority als vielmehr um die Beinfreiheit für uns grosse Menschen. Die Aussicht auf 11h im Sitzen waren nicht wirklich beglückend gewesen, aber nun waren wir angenehm überrascht über den Comfort, obwohl das Flugzeug, eine Boing 777-irgendwas, schon einige Jahre alt war.
Wie immer hatten wir auch asiatisch-vegetarisches Essen vorbestellt, und auch da gibt es für Cathay Pacifics noch ein paar Punkte dazu: Die Mahlzeiten (zwei Curries) waren vorzüglich, und wurden sogar in Porzellan und mit richtigem Besteck serviert. Und noch einen Punkt gab es natürlich noch für das firmeneigene Crafts-Bier, das «Betsy Pale Ale». Sehr zu empfehlen! 😊

Nach dem pünktlichen Abflug gegen 12 Uhr flogen wir erst Richtung Österreich, über den Balkan gen Istanbul, und dann fast stetig geradeaus nach Osten. Irgendwann – wohl über der Taklamakan-Wüste – ging es dann nach Süden in Richtung Hongkong. Das war dann schon etliche Stunden später.
Thom hatte sich gedruckte Lektüre eingepackt, ich las zuerst noch alte Zeitungen, bevor ich mich dem Bord-Unterhaltungsprogramm hingab (ein japanischer Anime-Film und ein japanisches Drama zur Einstimmung). Irgendwann versuchten wir auch zu schlafen, aber mehr als 2h Dösen war nicht drin. Auch wenn es draussen dunkle Nacht war: Zeitlich blieb es für uns Nachmittag-Abend.

Um 23 Uhr MEZ bzw. 6 Uhr Ortszeit landeten wir überpünktlich in Hongkong. Mit dem Gewusel durch den Transit und einem stärenden Kaffee vergingen die zwei Stunden Aufenthalt sehr schnell. In Hongkong war übrigens ziemliches Regenwetter, welches sich dann auch an unsere Fersen heftete…

Der Anschlussflug brachte uns dann zum uns sehr vertrauten Flughafen Osaka-Kansai, von dem wir Anfang Mai 2020 den Rückflug angetreten hatten (siehe Beitrag). Japan empfing uns mit frühlingshaftem, freundlichem Wetter, und es war spannend, beim Landeanflug einige unserer alten Reiseziele identifizieren zu können, etwa Nakamura auf Shikoku (mit der Mündung des Shimantogawa-Flusses), Tokushima (siehe Bild), die Naruto-Brücke und die Insel Awaji.

Am Flughafen selbst herrschte wieder Hochbetrieb wie in alten Zeiten. Japan erfreut sich nach der langen Corona-Pause wieder sichtlich grosser Beliebtheit, insbesondere bei seinen asiatischen Nachbarn.

Der Zug zu unserem ersten Aufenthaltsort Shirohama Onsen würde erst 2 1/2h später fahren. Angesichts der lärmenden Massen in den Terminals und dem Flughafen-Bahnhof ergriffen wir die Flucht. Das hiess: Rasch das Zugbillet kaufen und in den nächsten Zug nach Hineno steigen. Dort gab es bis auf Sitzgelegenheiten und Kalt-Getränkeautomaten zwar rein gar nichts, aber immerhin herrschte Ruhe, und wir konnten das friedliche, uns vertraute Treiben auf dem Bahnsteig beobachten. Ein Zug nach dem anderen kam und ging oder flitzte vorbei. Alt und Jung, Schülerinnen und Schüler stiegen aus den haltenden Zügen aus und ein, das geschäftige Bahnpersonal und Reinigungskräfte bei der Arbeit. Zwar war das alles interessant, aber langsam wurden wir doch sehr müde, und auch ziemlich durchgefroren. Trotz des schönen Wetters war es doch noch ziemlich frisch.

Der Schnellzug «Kuroshio», in den wir dann gegen 16 Uhr einsteigen konnten, war uns wohlvertraut. Er verbindet die Bahnhöfe Shin-Osaka entlang der Westküste der Präfektur Wakayama bis zum äussersten Ort Shingu. In Shingu hatten wir Anfang April 2020 einige Tage verbracht, und so war diese Fahrt nach Shirahama fast auch ein Anknüpfen an die Reise vor vier Jahren.

Die nächsten gut eineinhalb Stunden Fahrt mussten wir uns dann recht anstrengen, wach zu bleiben und permanent gegen den Sekundenschlaf ankämpfen. Immerhin waren wir schon fast 24h ohne längere Ruhephase unterwegs. Der Zeitunterschied beträgt derzeit übrigens 8h, nach der Umstellung auf europäische Sommerzeit sind es dann noch 7h.

Aber wir schafften es noch bis zur Station Shirahama, wo wir dann nur noch in den lokalen Bus steigen mussten, der uns direkt vor unser Hotel «Kishu Shirahama Musashi» in Strandnähe brachte. Thom hatte dieses nach sorgfältiger Recherche ausgesucht, und seine Wahl erwies sich nun als goldrichtig. Zentral gelegen, ein schönes grosses Zimmer in japanischem Stil mit Blick aufs Meer und den berühmten Strand von Shirahama und selbstverständlich mit einem hoteleigenen Onsen für die ersten Tage des perfekten Japan-Feelings.
Der Einfachheit halber assen wir im Hotel zu Abend, bevor wir uns vor dem sehr nötigen Schlaf noch im heissen Thermalwasser entspannten. Das Shirahama-Wasser ist stark salz- und auch etwas schwefelhaltig und hilft bei ziemlich vielen Gebrechen. Auch für reiseversteiften Glieder und übermüdete Geister. Und vielleicht hilft es auch, die nächsten Tage im üblichen Jetlag besser zu überstehen.

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